Das Nachhausekommen der Kinder
Wie große Blumen kommen sie
aus der blauen Dämmerung.
Unter der Frische der Abendluft,
mit der ihre Haare und ihre Wangen
leicht sind umhangen,
sind sie so warm. Gefangen
in dem starken Klammern ihre zarten Arme
sehe ich die volle, schattenlose Liebe,
die auf dem Boden ihrer tief durchsichtigen Augen lebt.
Noch unvermischt mit menschlichem Erbarmen,
das später kommt und Gründe hat und Grenzen.
M.Vasalis

Aufwachsen
Seine Jugend in Südtirol war geprägt von Klassischer Musik, Kunst, Literatur und lebhaften politischen Gesprächen. Diese Atmosphäre weckte in ihm eine tiefe Faszination für die poetische Welt rund um Friedrich Hölderlin und den großen Dichterinnen Russlands und Lateinamerikas, deren Werke ihn bis heute inspirieren. Es war diese reiche, kulturelle Umgebung, die den Samen für seinen künstlerischen Aufbruch legte.

Der Funke und die Ausbildung
Ein Jugendfreund erkannte während seiner Studienzeit in Wien sein aufkeimendes Talent für die Malerei und die Bildende Kunst und bot ihm eine erste öffentliche Ausstellung an – der entscheidende Beginn seiner Laufbahn. Die Kunstakademie von Arnhem - Enschede in den Niederlanden öffnete ihm dann die Türen zum professionellen Kunstschaffen. Mit einem Diplom in Monumentaler Kunst begann er seine Berufung als freischaffender Künstler zu leben.

Wasser aus dem selben Fluss
Hartwigs Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen vom Mittelmeer bis zur Nordsee und auch in den Vereinigten Staaten gezeigt. Als Ideengeber und Künstlerischer Leiter verwirklicht er zwischen 2011 und 2021 die Kunstbiennale 50x50x50. In Zusammenarbeiten mit Architekten, Bauherren und Handwerkern verwirklichte er unterschiedlichste Aufträge im Bereich Kunst am Bau. Sein monumentales Kunstwerk "Flügel der Versöhnung" verkörpert seine künstlerische Hoffnung: ein Zeichen zu setzen für Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Liebe. Ob Malereien, Skulpturen, Installationen, die Gestaltung von Architekturelementen oder Kunst im öffentlichen Raum – jedes seiner Werke ist ein Ausdruck derselben Vision: der unbegreiflichen Schönheit der Welt und des Lebens neue, so noch nicht dagewesene Dinge hinzuzufügen. Für ihn sind alle seine Werke gleichwertig, alles ist Wasser aus dem selben Fluss.
„Das nahezu unmöglich Erscheinende hat sich als Mögliches, Machbares erwiesen. Jedes meiner Werke ist ein Stück Wirklichkeit gewordene Utopie und hat die Welt zumindest nicht ärmer oder gefährlicher oder hässlicher gemacht. Die Kunst bestimmt meine Beziehung zu den Menschen und zur Natur. Und ich weiß, wem und wofür ich danke, wenn ich abends mein Atelier verlasse.“
Hartwig Thaler